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Jutta Pöschko in der Waiblinger Kreiszeitung, 10. Oktober 2006

Freude an der Musik, Spaß in der Gruppe

Seit zehn Jahren gibt's den Musikgarten des Harmonika-Orchesters Endersbach /
Morgen wird Jubiläum gefeiert
Weinstadt-Endersbach.
Die CD statt des Schlafliedes, die Cassette statt Hoppe hoppe Reiter: Selber singen ist gar nicht mehr so selbstverständlich in Zeiten, in denen sich viele Mütter und Väter für völlig unmusikalisch halten oder keine Liedtexte mehr kennen.. Vor zehn Jahren hat Angela Hausenbiegl vom Harmonika-Orchester deshalb den „Musikgarten” ins Leben gerufen. Am Mittwoch wird Jubiläum gefeiert.

„Wir wollen alle singen”, schallt es fröhlich aus dem Vereinsheim neben der Jahnhalle. Dort singen und summen die eineinhalb- bis dreijährigen Musikgarten-kinder gerade ihr Begrüßungslied. Dieses ist Woche für Woche dasselbe und wirkt sozusagen identitäts-stiftend auf die Sänger. Danach gibt's das Echospiel. Dabei wird geklopft, geklatscht und getrommelt - immer im Takt, den die Lehrerin vorgibt. Das schult das Gefühl für Rhythmik.

Selbst Babys finden einen Platz im Musikgarten
„Jedes Kind ist musikalisch”, ist Angela Hausenbiegl überzeugt. „Aber man muss den Kindern was anbieten, dass sie diese Musikalität auch anwenden.” Die Mutter zweier Kinder ist ausgebildete Grund- und Hauptschullehrerin für Musik und Mathe, Akkordeonlehrerin und Dirigentin. Bei einem Fortbildungsseminar in Trossingen hatte sie das Konzept des Musikgartens kennen gelernt und 1996 im Harmonika-Orchester
  Endersbach den Musikgarten gegründet. Mittlerweile sind aus den beiden ersten ganze 14 Gruppen geworden. Das bedeutet: Rund 140 Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren treffen sich einmal in der Woche, um miteinander zu singen, zu spielen und zu tanzen. Schon für die „Gruppe Null” des Musikgartens, in der Kinder von sechs bis 18 Monaten zusammen mit ihren Müttern singen, Wiegenlieder summen, Finger- und Kniereiterspiele machen, gibt es eine Warteliste. Neben Liedern lernen die Kinder aber auch, genau auf die Stille zu lauschen: „Man hört leisen Geräuschen zu wie Wassertropfen oder dem Rhythmus eines Werkzeugs”, erklärt die Lehrerin. „Das schult das Gehör.”
Rhythmus, Freude an der Musik und Spaß in der Gruppe soll der Musikgarten bringen - und nebenher dem Harmonika-Orchester den Nachwuchs sichern. Beide Ziele, das belegen die Zahlen, sind aufgegangen. „Wir haben einen Zulauf wie noch nie”, sagt Angela Hausenbiegl. Nach der Musikgartenzeit bleiben dem Verein viele Kinder erhalten, lernen erst Melodica und später Akkordeon.
Zehn Jahre Musikgarten. Das ist eine zehnjährige Erfolgsgeschichte. Nachlassen in seinem Bemühen, die Kinder an die Musik heranzuführen und neue Mitglieder zu gewinnen, will das HOE noch lange nicht. „Man muss dranbleiben”, ist Angela Hausenbiegl überzeugt. „Wenn man stehen bleibt, geht man rückwärts.”
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© 2018 HOE • Autoren: Jörg und Martin • Alle Rechte vorbehalten • Stand: 3. August 2016