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Jutta Pöschko in der Waiblinger Kreiszeitung, Juli 2001

Rhythmus, Musik und Kaulquappen im Teich

Seit fünf Jahren gibt's den Musikgarten des HO Endersbach / Zehn Gruppen für ein- bis sechsjährige Kinder
Weinstadt.
Das Radio spielt, die Cassette dudelt, die CD trällert: Musik gehört in den meisten Familien zum Alltag. Hausmusik, bei der die Eltern mit den Kindern singen und musizieren, ist jedoch selten geworden. Dagegen setzt Angela Hausenbiegl vom HO Endersbach seit fünf Jahren den „Musikgarten”, in dem Eineinhalb- bis Sechsjährige mit oder ohne Mütter Musik machen.

Draußen scheint die Sonne - 30 Grad Minimum - doch dem Elan im Vereinsheim des Harmonika-Orchesters Endersbach über dem Brunnenstüble tut die Hitze keinen Abbruch. Acht Mütter sind an diesem Nachmittag mit dem musikalischen Nachwuchs inklusive Krabbel-Geschwistern zusammengekommen. Zum Singen, Klatschen, Stampfen und Tanzen, aber auch zum Lauschen und Zuhören. Es geht darum, ein Gefühl für Rhythmus und Musik zu bekommen, aber auch einfach darum, miteinander Spaß zu haben.
„Singen und Musizieren ist Mangelware geworden”, hat die Musiklehrerin und zweifache Mutter Angela Hausenbiegl beobachtet. Vor fünf Jahren gründete sie deshalb den Musikgarten des HOE, in dem Ein- bis Dreijährige gemeinsam mit ihren Müttern spielerisch Musik machten. Das Konzept ist aufgegangen. Von zwei Gruppen ist der „Musikgarten” auf zehn Gruppen angewachsen, zwei Kolleginnen unterstützen Angela Hausenbiegl bei ihrer Arbeit. Denn mittlerweile gibt´s nicht nur Angebote für die Kleinen sondern auch für Drei- bis Vierjährige sowie für Vier- bis Sechsjährige, die dann ohne
 
Begleitung kommen. Die Kinder können das ganze Jahr über ein- oder aussteigen. Ausnahme sind die Großen. Mit ihnen arbeitet Angela Hausenbiegl zielgerichteter, die Stunden bauen aufeinander auf.
An diesem Nachmittag wird zum Begrüßungslied wacker geklatscht und gestampft. Mit Hölzchen klopfen die Kinder und ihre Mamas den Takt, derweil ihre kleinen Geschwister die Hölzchen zweckentfremden und draufrumkauen. „Du die” und „Du da di”, sagt die Lehrerin vor und alle, Kinder wie Mütter, wiederholen die Silben. Das ist Rhythmussprache nach Gordon, klingt ein bisschen wie Loriots Jodeldiplom, schult aber das Gefühl für Rhythmus und scheint Spaß zu machen. Die Kinder klatschen dazu und bewegen sich im Takt.
Sommer ist´s - nicht nur draußen vor der Tür, sondern auch im Musikgarten. Tiere am Teich lernen die Kinder an diesem Nachmittag kennen, lauschen (mittels Hörbeispielen von der Cassette) dem Klappern der Störche, dem Schnattern der Gänse, dem Brummen der Fliegen und dem Quaken der Frösche, bewegen sich im Gänsemarsch durch den Saal, hüpfen wie die Frösche und lassen sich schwerelos wie die Kaulquappen im Teich treiben.
(I) Neue Kurse beginnen im September. Weitere Informationen zum Musikgarten des Harmonika-Orchesters Endersbach gibt´s bei Angela Hausenbiegl, Telefon 68786. Sie nimmt auch Anmeldungen entgegen.
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© 2018 HOE • Autoren: Jörg und Martin • Alle Rechte vorbehalten • Stand: 3. August 2016