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Mathias Schwappach in der Waiblinger Kreiszeitung, November 1999

Herrlichen Herbsttagen musikalisch nachgespürt

Konzert des Harmonika-Orchesters Endersbach in der Jahnhalle / Erstaunliche Klangvielfalt
Weinstadt.
Die Harmonika ist mitunter ein eher belächeltes Instrument. Dass Harmonikas es im Ensemble durchaus mit jedem Sinfonieorchester aufnehmen können, bewies das Harmonika-Orchester Endersbach bei seinem Herbstkonzert in der Jahnhalle.

„Der heutige Tag hat durchaus das Prädikat herrlicher Herbsttag verdient”, schwärmte der erste Vorsitzende des Vereins, Albrecht Rühle. Die Atmosphäre dieses Herbsttages einzufangen und akustisch spürbar zu machen, hatte sich das Orchester vorgenommen - und es gelang bestens.
Den Anfang machte die Jugendgruppe des Vereins unter der Leitung des Dirigenten Edmund Holzwarth. Mit einem Ensemble von Harmonikas, Schlagzeug und einem Keyboard zeigte schon der Akkordeon-Nachwuchs, dass man mit einer Harmonika auch Pop-Hits intonieren kann. Auch der Love-Song von Hans-Günther Kölz besaß eine geradezu hymnenartige Anmut.

Die Akkordeon-Zwerge waren auf der
Bühne ganz groß.

Es folgte das Schülerorchester, das mit Stücken von Curt Mahr und Alexander Jekic der Jugendgruppe in nichts nachstand. Jekic hatte seine Komposition „Kleine Stücke für Akkordeon-Zwerge” betitelt. Und auf der Bühne waren die Kleinen ganz groß.
Zum Abschluss des ersten Teils spielten die Ehemaligen des Vereins, die „Fidelen Oldies” Stücke von Helmuth Herold und Karl Komzak. Durchaus fidel krönten sie ihren Auftritt mit Herolds „Von der Wolga zum Ural”. Nicht nur dass sich die Harmonika ihrem Klang nach
   
geradezu ideal für das Spielen solcher  Volksweisen eignet, auch die „Oldies” blühten bei dieser Darbietung richtig auf und wurden mit viel Beifall belohnt.
Den gabs auch beim offiziellen Akt der Ehrungen: Albert Hetz ist 50 Jahre dabei, Hans Schwegler und Albert Kindsvater haben sich 40 Jahre engagiert, für 25jährige Mitgliedschaft bedankt wurden Christel Rühle, Birgit Johann, Heike Walter, Daniela Fischer, Gerhard Klück, Kurt Kayser, Christian Pelz, Rolf Müller, Arno Bayer, Claus Sallmann, Reiner Wilhelm und Marion Roth.
Schließlich der Höhepunkt des Abends. Das erste Orchester des Vereins brachte zunächst die Ouvertüre zu Rossinis Oper „Der Barbier von Sevilla” zu Gehör, anschließend die Werziade von Fritz Dobler. Beide Stücke überraschten durch erstaunliche Klangvielfalt. Beim Tango von Astor Piazzolla kamen Temperament und Eleganz dieses Tanzes hervorragend zum Ausdruck und lösten wohl bei jedem Zuhörer ein unwillkürliches Zucken in den Füßen aus.
Die Endersbacher Akkordeonisten schlossen mit der Münchner Rhapsodie von Rudolf Würthner, einem echten Stück Programmmusik, das vom ersten Orchester in seinen Stimmungen hervorragend erfasst und sehr variabel zu Gehör gebracht wurde.
Der Abend ging zu Ende mit einer Ehrung des Dirigenten Edmund Holzwarth für 25jährige Leitung des Ensembles, und entließ seine gutgelaunten Zuhörer ins Wochenende. Alles in allem gab es wohl nur eine einzige Kritik am Instrument Harmonika: „Die Dinger sind verdammt schwer!”
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© 2018 HOE • Autoren: Jörg und Martin • Alle Rechte vorbehalten • Stand: 3. August 2016