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Waiblinger Kreiszeitung, 20. Oktober 2009

Schatzsuche mit dem Akkordeon

Konzert zum 75-Jahr-Jubiläum des Harmonika-Orchesters Endersbach
Weinstadt-Endersbach
Man könnte beim Anblick eines Akkordeons an den Großvater denken, wie er zu später Stunde in der Stammkneipe notensicher wie eh und je mit urschwäbischen Volksliedern den Abend abrundet. Beim Harmonika-Orchester aus Endersbach zeigt sich das altgeliebte Instrument in einem anderen Licht. Zum 75-Jahr-Jubiläum trugen die jugendlichen „Tastenflitzer” den Zuhörern in der Jahnhalle eine musikalische „Schatzsuche” mit Theatercharakter vor.
Doch auch die „Fidelen Oldies”, die älteren Semester des HOE, beschäftigen sich keineswegs nur mit langsamen Schunkel-balladen. Sie haben sich überwiegend der Unterhaltungsmusik verschrieben. Und selbst die Jüngsten des Vereins warten gerne mal mit Hits wie „Final Countdown” oder „Smoke on the water” auf, Lieder, die sie selbst ausgesucht haben. „DJ Ötzi werden sie bei uns eher nicht hören”, erzählt Vorstandsmitglied Günter Hausenbiegl, „aber alte Rockklassiker durchaus.”
Nur auf das Akkordeon eingefahren ist man beim HOE in solchen Fällen nicht. Auch bei der Suche nach dem „Schatz von Bagalor” sind außerdem Pauken und Schlagzeug im Einsatz, bei den Rockhits oft das Keyboard oder auch die E-Gitarre. Diese Offenheit ist mit Sicherheit auch ein Grund dafür, dass das Orchester momentan mit über 50 Jugendlichen in seinen Reihen sehr gut ausgestattet ist. Zwar habe man immer wieder mit Abgängen zu kämpfen, zum Beispiel nach Abschluss der Schule, aber
  verglichen mit vielen anderen Vereinen gehe es blendend, so Hausenbiegl, der beim Orchester für die Jugendarbeit verantwortlich ist.
Ein wichtiger Grundstein in der Jugendarbeit sei auch der „Musikgarten”, der Kindern bereits ab dem Alter von neun Monaten einen spielerischen Zugang in die Welt der Musik ermöglicht. Das Einstiegsalter für das Akkordeon liegt bei circa acht Jahren, je nach Körperbau früher oder später. Wer als Laie schon einmal versucht hat, ein paar Töne hervorzulocken, der weiß, dass auf Dauer auch die Muskeln beim Musizieren mit dem schweren Instrument keine geringe Rolle spielen.
Wenn in der Jahnhalle gerade eine Umbaupause eingelegt wird, kann man es sich bei der Jubiläumsfeier natürlich auch mit Kaffee und Kuchen, Maultaschen, Wein und Bier gutgehen lassen. Oder man wirft einen Blick in die Vergangenheit. Bilder von weit zurückliegenden Geburtstagsfeiern, wie dem 25. oder dem 50. Jubiläum, erzählen Geschichten aus Zeiten, in denen die Oldies geschrieben wurden, die heute gerne gespielt werden.
Die Schatzsuche der „Tastenflitzer” endet übrigens ohne Erfolg, in letzter Sekunde geht der Schatz verloren. Der Zuhörer gewinnt jedoch einen Eindruck, wie mit Musik Bilder geschaffen und Gefühle ausgedrückt werden können. Da kommt was nach fürs erste Orchester. Um die Zukunft braucht man sich beim 75-jährigen Verein anscheinend keine Sorgen zu machen.
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© 2018 HOE • Autoren: Jörg und Martin • Alle Rechte vorbehalten • Stand: 3. August 2016