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Heike Mayer in der Waiblinger Kreiszeitung, Oktober 1994

In einer lauen Sommernacht schlug die Geburtsstunde

Harmonikaorchester Endersbach feiert 60jähriges Bestehen
Weinstadt.
Mit einer klassischen Ouvertüre eröffnete das Jugendorchester des Harmonikaorchesters Endersbach das Jubiläumskonzert des Vereins in der Jahnhalle. Der Verein feiert heuer sein 60jähriges Bestehen. 1934 war das Orchester als Handharmonikaclub in „einer lauen Sommernacht” gegründet worden. Trotz bescheidener Mittel habe man eine sehr gute Vereinsarbeit auf die Beine stellen können, berichteten Hildegard Schmidt und Vorsitzender Albrecht Rühle dem Publikum weiter über die Geschichte des Vereins.
Dann kamen die Wirren des Krieges dazwischen. Das Handharmonikaspielen musste eine Pause machen. Bis dann 1947 das Vereinsleben wiederbelebt wurde. Einen Meilenstein in der Geschichte markierte aber erst das Jahr 1974, denn da begannen die Aktiven und die Jugendspieler an Wertungsspielen teilzunehmen. Bis heute seien die Spieler erfolgreich, auch international, bei Wettbewerben dabei, sagt Dirigent Edmund Holzwarth.
Doch am Jubiläumsabend stand kein Wertungsspiel auf dem Programm. Die Harmonikaspieler präsentierten eine bunte Palette ihres Könnens. Eigens für das Jubiläumskonzert hat sich der Spielring der Ehemaligen zusammengefunden. Sie waren
   
schon einmal vor zehn Jahren zu den Feiern des 50. Geburtstags des Vereins aktiv gewesen, doch seither nicht mehr. Edmund Holzwarth hat nun die Ehemaligen wieder um sich geschart und mit ihnen drei Stücke einstudiert. Darunter den „Slowenischen Bauerntanz”, der als Zugabe nochmals gefordert und mit viel Applaus belohnt wurde.
Auch das HOE-Ensemble ist eine spontane Sache gewesen, sagt Edmund Holzwarth. Die sieben Spieler haben sich in der kleinen Besetzung zusammengefunden und in nur zwei Proben drei anspruchsvolle Stücke einstudiert. Beim Walzer von Tschaikowsky übernahm der Dirigent selbst die erste Stimme.
Edmund Holzwarth stellte das musikalische Programm an diesem Abend als einen Querschnitt von verschiedenen Musikrich-tungen zusammen. In seiner Arbeit mit dem Orchester will Holzwarth weg von der volkstümlichen Musik. Ausdrücklich sagt er aber, dass er nicht ganz auf diese Art von Musik verzichten will, er will eher Kompromisse schließen. Er studiert deshalb gehobene Unterhaltung, wie beispielsweise Stücke von Strauß, bis hin zu neuen avantgardistischen Originalkompositionen mit dem Orchester ein.
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© 2018 HOE • Autoren: Jörg und Martin • Alle Rechte vorbehalten • Stand: 3. August 2016