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Susanne Kurz in der Waiblinger Kreiszeitung, November 1995

Ein anspruchsvoller Konzertabend

Das Harmonika-Orchester Endersbach spielte Werke weniger bekannter Komponisten
Weinstadt.
Einen Leckerbissen musikalischer Art gab´s am Sonntag abend in der evangelischen Kirche in Endersbach. Das Programm des Harmonika-Orchesters war weit weg vom typischen Harmonikaprogramm im Polka-Mischmasch.
Weniger bekannte, aber ausgesuchte Komponisten standen auf dem Programm: so zum Beispiel Gerhard Mohr (1901 - 1979), der mit seinem Florentinischen Konzert die Zuhörer für kurze Zeit nach Italien entführte. Schwungvolle Rhythmen wechselten mit verträumten Melodien, die in der Klangstärke so unterschiedlich und fein von einem Harmonikaorchester selten gespielt wurden.
Einen Höhepunkt setzte aus eigenen Reihen Angela Hausenbiegl mit ihren kleinen, eingeflochtenen Soli. So auch in der L´Arlesienne-Suite Nr. 2 von Georges Bizet (1838 - 1875). Hier wurde das Menuett, das die kraftvolle Pastorale ablöste, ebenfalls von ihr um einiges bereichert.

Bereicherung des Konzertabends:
Roswitha Maier und Angela Ulrich

Eine Bereicherung waren auch die beiden Solistinnen Roswitha Maier und Angela Ulrich an der Oboe. Die beiden Künstlerinnen verbindet eine Freundschaft mit dem Harmonika-Orchester, die hoffentlich noch viele Aufführungen halten wird. Die beiden Stücke Vorschläge und Harmonie aus den Inventionen
   
für zwei Oboen schienen wie ein persönliches Zwiegespräch zwischen den beiden Künstlerinnen. Schade nur, dass diese exzentrische Unterhaltung meist durch die starke Geräuschkulisse des Publikums gestört wurde.
Eine Komposition des Flötenlehrers und Hofkomponisten von Friedrich dem Großen - Johann Joachim Quantz (1697 - 1773) - wurde noch um einen weiteren Solisten erweitert - der Maestro selbst (Edmund Holzwarth, Dirigent) zückte sein Instrument, das Cello.


Beschwingte Tonfolgen und
nachdenkliche Melodien

Beschwingte Tonfolgen wechselten nachdenkliche Melodien in der Triosonate e-moll für zwei Oboen und Basso continuo ab. Aber auch ein Choral von Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) stand auf dem Programm. In verschiedenen Variationen wurde die Grundmelodie Jesus bleibet meine Freude aus der Kantate Nr. 147 feierlich dargeboten.
Das Harmonika-Orchester, das bereits seit 21 Jahren unter der Leitung von Edmund Holzwarth musiziert, bot einen anspruchsvollen Konzertabend in schöner Umgebung. Ein weiteres Argument gegen das typische Image von Quetschenspielern; denn zerquetscht wurden an diesem Abend höchstens die Vorurteile gegen dieses sonst so robust klingende Instrument.
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