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Bernd Klopfer in der Waiblinger Kreiszeitung, Juli 2009

Hier wird gemütllich gefeiert

Schwäbisch und anders: Das Müllergassa-Feschd in Alt-Endersbach soll am 4. und 5. Juli zum ersten Mal stattfinden.
Weinstadt-Endersbach.
Die Rote Wurst steht auf dem Index. Musiziert wird nur zeitweise und punktuell. Denn der Schwäbische Albverein, das Harmonika-Orchester Endersbach und der CVJM Endersbach haben eine Vision: Das neue Müllergassa-Feschd soll anders sein. Ruhiger, kleiner, traditionsbewusster. Schwäbisch gemütlich eben

Die alte Mühle in der Müllergasse ist einer der ältesten Flecken von Endersbach. So viel Tradition gibt es im Ort sonst nur in den Straßen Am Pflaster oder Im Biegel. Für Volker Bechler, ehemaliger Vorsitzender des Schwäbischen Albvereins Weinstadt, ist es genau der richtige Winkel. Die Müllergasse rauf von der Strümpfelbacher Straße bis zum Keller des alten Rathauses und quer rüber in die Kornstraße bis Haus Nummer drei. „Wir haben das wegen der Heimeligkeit gemacht”, sagt Bechler. Das neue Müllergassa-Feschd soll schließlich schwäbisch, gemütlich und schön werden.
Der Nachfolger des Endersbacher Straßenfestes ist bewusst anders als viele andere Feste angelegt. 500 Sitzplätze wird es in der Straße geben plus 50 Plätze im Rathauskeller - alles eine Nummer kleiner. „Ich will nicht die anderen Feste schlechtmachen”, sagt Bechler. Es gehe einfach darum, eine Nische zu finden. Geschafft wird hier am Wochenende gemeinschaftlich - denn Schwäbischer Albverein, Harmonika-Orchester und CVJM teilen sich die Arbeit.

Volker Bechler: „Wir machen alles gemeinsam - inklusive Kasse.”
„Wir sind stolz darauf, dass wir das geschafft haben”, sagt Margit Siegle. Sie ist beim Harmonika-Orchester für die Mitgliederpflege zuständig und bespricht sich mit Albvereinsaktivist Volker Bechler und der CVJM-Vorsitzenden Bettina Roch regelmäig. „Wir machen alles gemeinsam - inklusive Kasse”, ergänzt Bechler. Danach wird fair
  geteilt - jeder soll ein Drittel kriegen. 100 Ehrenamtliche aus den drei Vereinen schaffen mit. Sie betreten quasi Neuland. Das fängt schon bei den Speisen an. Sämtliche Würste sind tabu. Ja, alle Sorten, inklusive der Roten Wurst. Grillfleisch gibt es ebenfalls nicht. Stattdessen werden Müllerburger mit Brötchen kredenzt, warmer Camembert mit Preisel-beeren und Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Auf vielfachen Wunsch bei der Vorabfrage auch geröstete Maultaschen mit Ei. Schön schummrig soll es dann in der Nacht werden. Grelles Elektrolicht gibt es dann nur bei Kasse und Ausschank - sonst stehen überall Teelichter in Einmachgläsern. Bei der Musik setzen die Veranstalter aufs rechte Maß. Heißt: Es wird nicht jede Sitzbank dauerbeschallt. Stattdessen ziehen Musikanten umher und spielen überall nur für eine Weile. Punktuell und zeitweise. Und was heißt das? „Etwa 30 Minuten”, sagt Bechler. Welche Musik die Gäste erwartet, wollen die drei Weinstädter noch nicht verraten. „Das soll eine Überraschung werden, sagt Bechler. Schließlich soll auch die Neugier zum Müllergassa-Feschd locken. Für Kinder gibt es ebenfalls ein Programm (siehe Infobox).
Im Ratskeller gibt es edle Weine, für Wenigtrinker sogar im 0,1-Liter-Glas. Trollinger, Riesling, Rosé. Hobby-Barmann Klaus Entenmann mixt an seinem Stand Cocktails - mit frisch zubereiteten Früchten. Alkoholabstinente Schlotzer können ein Johannisbeer-Holunder-Getränk probieren. Weil alles typisch schwäbisch sein soll, wird auch Most verkauft. Fast alle Produkte stammen aus der unmittelbaren Heimat. Wer einen kleinen Geldbeutel hat, muss sich laut den Veranstaltern keine Sorge machen. „Der 0,5-Liter-Sprudel wird zum Beispiel deutlich unter zwei Euro sein”, betont Volker Bechler.
Wer als Gast mitfeiert tut das übrigens für einen guten Zweck. Die Einnahmen fließen ausschließlich in die Vereins- und Jugendarbeit der drei Vereine.

Hier können sich die Kinder vergnügen

  • Häschen und Hühner kann der Nachwuchs anschauen und streicheln. An der Müllergasse/Kornstraße lebt ein Kleintierzüchter, der sich für die Kleinen extra Zeit nimmt.
  • In die Kunst des Nassfilzens weiht der CVJM an seinem Stand ein. Hier können Kinder mit Kernseife und Wasser Perlen oder Würstle formen. Im Gegensatz zum Trockenfilzen ist Nassfilzen einfacher.
  • Wer hoch hinaus will, springt am besten Trampolin.
  • Ein Clown fertigt Figuren-Luftballons und verteilt sie kostenlos.
  • Zum Schlemmen gibt es Früchtespieße, Waffeln und Eis zu kaufen.
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