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Jutta Pöschko in der Waiblinger Kreiszeitung, April 1996

Alte Lieder, neue Spiele und Fische im Aquarium

Mittwochs gibt´s jetzt im Vereinsheim neben der Jahnhalle den Musikgarten des HOE für Kleinkinder
Nichts gegen die „Si Sa Singemaus” von der Cassette. Aber das Singen mit der Mama oder dem Papa kann sie halt nicht ersetzen. Angela Hausenbiegl vom Harmonika-Orchester Endersbach hat deshalb den „Musikgarten” ins Leben gerufen. Kinder zwischen einem und drei Jahren machen dort gemeinsam mit ihren Müttern Musik.
Mittwoch morgen um halb zehn im Vereinsheim neben der Jahnhalle. Kathrin, Alessa, Timo, Tobias, Isabelle, Patrick und Nicolas sitzen mit Müttern und einer Oma auf dem Boden. Marc und Fabian sind namentlich gleich mehrmals vertreten. Beim Begrüßungslied wird in die Hände geklatscht, auf den Boden gepatscht und geklopft. Das macht Laune und schult das Gefühl für Rhythmus. Dann gibt´s „Hoppe, hoppe Reiter” und „Mein Jockele”, und da sind dann vor allem die Muskeln in den Schenkeln der Mütter gefragt. Da wird der (nicht mehr ganz babyleichte) Nachwuchs zur Musik hochgefedert - der gluckst fröhlich und strahlt.
„Wir wollen den Spaß an der Musik wecken”, hat sich Angela Hausenbiegl vorgenommen. Die 32jährige Mutter eines fünfjährigen Sohnes und einer zweijährigen Tochter ist ausgebildete Grund- und Hauptschullehrerin für Musik und Mathe, Akkordeonlehrerin und Dirigentin. Bei einem Fortbildungsseminar in Trossingen lernte sie das Konzept des Musikgartens kennen. „Das hat mir gefallen, zumal ich selber kleine Kinder habe”, erzählt sie. „In unserer Generation kennt man die Lieder nicht mehr so gut”, hat sie beobachtet. Ganz wichtig sei´s
  aber, dass die Eltern mit ihren Kindern viel singen. „Das kann keine Cassette ersetzen”, ist sie sicher. Und noch etwas spricht ihrer Meinung nach gerade heute besonders dafür, die Musikausbildung des Nachwuchs in die Hand zu nehmen: „Wenn man die Kinder an die Musik heranführt, weiß man später auch, wo sie sind”, sagt sie und lacht.
Seit Anfang April gibt´s die erste Stufe des Musikgartens für Ein- bis Dreijährige. Die zweite Stufe für Drei- bis Vierjährige soll im Sommer anfangen. In Planung sei derzeit die dritte Stufe für Vier- bis Sechsjährige. Von sechs Jahren an können Kinder beim Harmonika-Orchester dann Akkordeon lernen.
Zunächst mal soll´s aber einfach Spaß machen. Alte Lieder und neue Spiele wechseln sich ab. Da wird zu Ringel Rangel Rosen im Kreis getanzt und die „Zehn kleinen Zappelmänner” machen ihre Runde. Glöckchen an einem Holzgriff eignen sich prima, um zum Volkslied „Auf einem Baum ein Kuckuck saß” im Takt zu klingeln.
Mitmachen ist gut, klinkt sich einer aus - auch gut. „Wir machen keinen Stress hier”, sagt Angela Hausenbiegl. Kein Problem also, dass Marc die ganze Dreiviertel Stunde lieber im Kreis auf dem Boden liegt, als mit den anderen im Takt mit Holzklötzchen zu klappern. Ob der Nachwuchs zur fast meditativen Musik („jetzt sind wir in einem Aquarium”) so oder so die roten, blauen oder gelben Tücher schwingt: Alles ist erlaubt. Schließlich bewegen sich Fische und Wellen ja auch nicht nach Schema F, oder?
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