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Thomas Milz in der Waiblinger Kreiszeitung, 3. September 2012

„Als Schwob koin Hättsch-Fond”

Abwechslungsreiches musikalisch-kabarettistisches Weinfest des Harmonika-Orchesters Endersbach in der Jahnhalle
Weinstadt-Endersbach.
Eine eigenartig gelassene Atmosphäre macht das Besondere der Feste aus, die gegen Ferienende am Übergang von Sommer- zu Herbststimmung stattfinden. Man ist vielleicht gerade aus dem Urlaub zurück und was liegt näher, als sich dem Heimischen bei einem Glas Wein unter Freunden allmählich anzunähern. Etwa beim traditionellen Weinfest des Harmonika-Orchesters.

Noch schöner natürlich, wenn dabei auch Musik spielt und ein Entertainer einem dabei hilft, (noch) nicht alles gar zu ernst zu nehmen. Und genau das bot wieder einmal das gesellige Weinfest des Akkordeon-Orchesters Endersbach, das bei herbstlich liebevoller Ernte-Dekoration in der Jahnhalle mit einem abwechslungsreichen Programm sein Publikum 'heim' holte.

Schlabbergoschige Witzattacken des Kabarettisten Jörg Beirer
Neben den Vereinsensembles des großen Gemeinschaftsorchesters und der 1. Offiziellen Stimmungskapelle, die virtuos mit ihrer leicht schwungvollen Musik aufspielten, war es an diesem Abend der Ammerbucher Kabarettist Jörg Beirer, der die Endersbacher und ihre Gäste mit seinen frontal-schwäbischen Wortjonglagen aufs schlabbergoschigste attackierte und immer wieder auch aktiv in sein hörbar unterhaltsames Programm miteinbezog.
Bei der Lösung seiner Frage „sag ich Sie zu Ihnen oder ihr zu euch” hielt er sich dann auch nicht lange auf, sondern beteiligte die Leute an einem heiteren Quiz, während dessen er durch die Reihen ging und egal ob bei richtigen,
  halbrichtigen oder anderen Antworten freigiebig Duplostangen verteilte. Beirers absichtlich dröger Charme liegt vor allem in seinen Wortwitzkaskaden. Das Gegenteil von Kreissparkasse? „Eben nicht Volksbank, sondern Eckbank.” Ist doch klar? Duplo gefällig?
„Jedds fahrsch nach Endersbach”, hatte ihn seine Frau am Nachmittag aufgefordert und dabei ermuntert gesagt: „ Zu! Mach auf!” Auch dass sein Nachbar nach eigenem Bekunden mal wieder „Holz z´samma g´sägt hat” habe ihn verwundert. „I hab´s immer auseinander gsägt.” und auch solche schwäbischen Konstruktionen wie „ ´s sodd net grad krumm sei” sorgten bei ihm immer wieder für Verwunderung - und Heiterkeit im Saal.
Vorsicht beim Abgrund der Worte also. Denn „als Schwob kasch ja en en Hättsch-Fond net inveschtiera! - Des sagt scho der Name.” Und noch eins ums Eck? „Du kannsch ja middama Mercedes Ford fahra.” So herrschte schnell fast schon so etwas wie frühe Karnevalsstimmung in der Jahnhalle. Der Urlaub zu Ende, die Arbeit beginnt wieder. Aber, so belehrte der urschwäbische Kabarettist die Zaudernden: „Arbeita kannsch au ohne dass de was schaffsch. Omkehrt wird´s scho schwieriger.”

Da läuft das Geld hin
Im nächsten Jahr beteiligt sich der Verein am Wertungsspiel in Innsbruck, wodurch Kosten von etwa 4000 Euro entstehen. Veranstaltungen wie das Weinfest sollen dabei helfen, den Betrag zusammen zu bringen, wie Jörg Grundner, einer der vier Vereinsvorstände berichtete.
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